Versicherungen hatten ihren Ursprung bereits schon vor dem 17. Jahrhundert in den Gilden und Zünften. Die ersten richtigen Versicherungsgesellschaften etablierten sich erst etwa Mitte des 17. Jahrhunderts. Bereits seit dieser Zeit hat sich auch schon der Versicherungsbetrug entwickelt. Dabei handelt es sich um jede Form der falschen und unwahrheitsgemäßen Schadensmeldung eines Versicherungsnehmers gegenüber der Versicherungsgesellschaft. Diese äußert sich vor allem im Melden eines Schadens, den man selbst zu verantworten hat, von dem man jedoch behauptet, er sei von selbst oder durch andere verursacht aufgetreten. Auch das Auslassen von Informationen gehört mit zum Versicherungsbetrug oder das Hinzudichten von Dingen, die gar nicht da sind. Hierbei wird häufig der Trick angewandt, dass man, etwa bei einem Einbruch oder dergleichen, meldet, es wären einige teure Stücke gestohlen worden, die gar nicht abhanden gekommen sind oder die man sogar niemals besessen hat.
Was zu beachten ist beim Versicherungsbetrug
Es gibt einige heraus stechende Formen des Betruges. Dazu gehört etwa der Dreiecksbetrug. Dieser liegt beispielsweise vor wenn der Täuschende dem Getäuschten fremdes Geld unterjubelt. Dabei ist der Getäuschte nicht unbedingt auch Geschädigter in einer Person. Beim Versicherungsbetrug kommt dieser Teil des Betruges eher selten vor, doch er kann auch hier vorliegen. Bei einem Vermögensschaden von weniger als meist rund 50 Euro besteht die so genannte Geringwertigkeit des Schadens. In diesem Fall ist oftmals ein Strafantrag zur Verfolgung der Tat notwendig. Vorsicht walten zu lassen ist insbesondere bei Fällen, in denen man einen Unfall mit einem anderen Kraftfahrzeug hatte. Hier kommt nämlich ebenfalls häufig vor, dass Fahrer absichtlich Unfälle verursachen. Sicherheitsabstand ist also höchste Pflicht für andere Fahrer.
Versicherungsbetrug ist schon so alt wie die Versicherungen selbst. Die Möglichkeiten, wie Versicherungen mittlerweile betrogen werden jedoch, werden immer spezieller, immer ausgefeilter. Vor allem in Bezug auf Kraftfahrzeuge lassen sich die Versicherten jede Menge einfallen. Versicherungsbetrug ist in aller Munde und scheint zum neuen Volkssport mutiert zu sein. Die Schadensfälle belaufen sich auf knapp 50 Millionen im Jahr. Die Fälle des Versicherungsbetrugs werden dabei immer kurioser. So kommt es durchaus vor, dass ein Auto bezichtigt wird, einen Unfall verursacht zu haben, das nicht einmal einen Motor eingebaut hat. Versicherer müssen sich schon seit Jahren immer wieder mit jeder Menge kaum zu fassender Betrugsfälle herumschlagen. Die Tricks der Betrüger werden in diesem Zusammenhang immer dreister.
Die Techniken der Versicherungsbetrüger
Es gibt viele Möglichkeiten, eine Versicherung hinters Licht zu führen. Wurde beispielsweise das eigene Auto aufgebrochen und Gegenstände aus diesem entwendet, so kommen einige auf die Idee, ein paar mehr Objekte auf die Liste zu schreiben, die einen recht hohen Wert besitzen, die jedoch gar nicht entwendet wurden. Auch ein Klassiker ist das Bezichtigen eines anderen, das eigene Fahrzeug gestreift zu haben, wobei Kratzer entstanden sind. Oft war hier jedoch gar kein anderes Fahrzeug beteiligt, sondern lediglich der eigene Schlüssel oder einfach nur die eigene Unachtsamkeit beim Einparken. Nicht selten ereignen sich vor allem auch die Schadensfälle, bei denen Autos gegeneinander stoßen. Diese sind häufig auch von den Fahrern geplant, um auf diese Weise das Versicherungsgeld einzustreichen. Nicht beachtet wird von den Betrügern dabei jedoch, dass durch den Betrug die allgemeinen Beiträge immer weiter steigen, was auch für sie negativ ist.
Schon seit es Versicherungen gibt, gibt es auch den Versicherungsbetrug. Für viele Versicherer ist dieses Thema daher eines, das sie am liebsten komplett aus der Welt räumen würden, und dem dementsprechend eine besonders hohe Relevanz zugerechnet wird. Die Probleme, die dabei auftreten bestehen vor allem darin, alles entsprechend zugig, aber dennoch genau, zu prüfen. Hierbei sind nicht nur die auffälligen Schadensfälle gemeint, sondern selbstverständlich auch die Meldungen der ehrlichen Versicherungsnehmer. Die Versicherungen sehen sich daher oftmals in einem Spannungsfeld zwischen der Stärkung der Kundenbeziehung in einem Schadensfall in Form einer möglichst schnellen Erbringung der Versicherungsleistungen, sowie dem Schutz der gesamten Versicherungsgemeinschaft vor Betrügern. Es ist demzufolge sehr wichtig, dass ein gut ausgebautes Betrugsmanagementim Unternehmen stattfindet.
Betrugserkennung
Häufig ist es schwierig, einen Betrug einfach zu erkennen. Die meisten Unternehmen nutzen für die Ermittlung eines Betruges in der Regel die Mitarbeiter als Mittel. Etwa 80 Prozent tun dies laut einer Studie von BearingPoint und dem Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen. Die meisten Versicherer nutzen zudem Redflagsysteme und Checklisten für die Überprüfung von potentiellen Betrugsfällen. Knapp 30 Prozent der Unternehmen nutzt dabei auch eine Betrugserkennungssoftware. Auch externe Service Anbieter werden von rund 20 Prozent der Befragten genutzt. Erhärtet sich der Verdacht auf einen Betrug, so werden in der Regel von den Versicherungen interne Gutachter und Spezialisten herangezogen. Externe Gutachter werden dabei meist gar nicht um Hilfe gebeten. Die Software, die zum Einsatz kommt teilt sich in zwei Klassen. Die erste Klasse ist die der alten bereits etablierten Software, die spartenspezifische vorherige Konfigurationen beinhaltet. Die zweite Klasse sind recht neu erschienene Predictive Analytics Packages.